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An der Quelle: Agnès Gendry über die Beziehungen zu den Produzenten unserer Zutaten

Die Beschaffung der besten ätherischen Öle beinhaltet bei weitem nicht nur den Einkauf guter Rohstoffe. Lush Einkäuferin für ätherische Öle, Agnès Gendry, erläutert, dass auch die Beziehungen zu den Bauern und Produzenten, die die Öle herstellen und vertreiben, extrem wichtig sind.

Ätherische Öle beziehen wir von überall auf der Welt. Manche der Pflanzen wachsen vielleicht sogar in deinem Garten, andere nur an abgelegenen Orten oder gar in Kriegsgebieten. Die wertvollen und seltenen Zutaten anzubauen und zu beziehen, kann also eine schwere Aufgabe darstellen.

Kein Wunder, dass der Markt voller Ersatzstoffe, Imitationen und gepanschter Öle steckt. Der gesamte Prozess wird noch verkompliziert, indem es in der Lieferkette Mittelsmänner und Verteiler gibt, die Teile des Profits für sich beanspruchen und die Rückverfolgung der Produkte erschweren.

Ziemlich früh entschied sich Agnès daher, dass eine Beschaffung direkt vom Produzenten die beste Möglichkeit darstellt, um Qualität zu gewährleisten. Gar keine so einfache Aufgabe. Agnès und ihr Team reisen seit etwa 15 Jahren um die Welt, um Kontakte und Beziehungen zu Produzenten auf jedem Kontinent aufzubauen.

Sie erklärt: “Vor vielen Jahren, als ich mit dem Einkauf ätherischer Öle begann, verließen wir uns fast ausschließlich auf Zwischenhändler. Über die Jahre merkte ich, dass es mir wichtiger ist, die Produzenten der Öle und Absolues direkt kennenzulernen. Dabei sucht man nach Quellen, findet Produzenten, pflegt Beziehungen, all das, damit wir in einer engen Partnerschaft arbeiten. Das genaue Gegenteil von Massenindustrie.”

Agnès definiert eine Zulieferer-Partnerschaft als offene Beziehung, in der beide Beteiligten Bedenken äußern, Probleme ansprechen und Lösungen finden können. Grundlage ist eine gemeinsame ethische Denkweise.

Sie erläutert: “Wir wollen eine gute Beziehung zu unseren Zulieferern gewährleisten. Wir wollen verstehen, was sie machen und eine gemeinsame ethische Grundlage bilden. Wir arbeiten niemals mit Unternehmen, denen es egal ist, was wir tun. Wir suchen ganz einfach nach den perfekten Partnern für Lush.”

Die Beziehungen werden durch häufige Besuche intensiviert, bei denen man etwas über die Bauern und ihr Land erfährt, sowie über die Produzenten und ihre Produktionsstätten. Dabei geht es nicht nur um technische Möglichkeiten, Umwelteinflüsse und ethische Werte, sondern auch um die Qualität und Reinheit der ätherischen Öle.

Durch den Besuch bei Bauern und Produzenten lernt man zudem genau, wie ein Öl hergestellt wird. Auf dieser Basis lassen sich fundierte Entscheidungen treffen. Zuerst werden kleine Mengen gekauft und getestet, um die Qualität und Beschaffenheit zu überprüfen.

Bei diesen Besuchen stellt man nicht nur fest, ob alles reibungslos läuft, sondern auch, ob die Bauern und Produzenten mit Leidenschaft ihre oftmals kleinen Betriebe führen.

Agnès erzählt: “Am meisten fasziniert mich Leidenschaft. Bei uns steckt sie in der ganzen Lieferkette; beim Bauern, beim Ölproduzenten und bei uns."

“Die Menschen, mit denen wir arbeiten, verrichten ihre Arbeit gerne. Sie achten auf Qualität und sehen sich selbst als begabte Handwerker und Künstler, vor allem die Familienunternehmen. Für sie ist es das Aufrechterhalten einer Tradition.”

Dabei ist für Mittelsmänner kein Platz. Auch wenn für Agnès ein Händler bei der Überprüfung der Qualität hilfreich sein kann, fehlt durch ihn die direkte Verbindung zum Ursprungsprodukt.

Durch den direkten Kontakt mit den Zulieferern entstand eine große Wissensgrundlage rund um die Zutaten. Dies wäre unmöglich gewesen, würde man auf den Einkauf in Massen von anonymen Produzenten setzen.

Agnès erklärt: “Wir eignen uns Wissen an. Dieses Wissen stammt direkt von den Produzenten. Ich bin mir absolut sicher, dass wir in den vergangenen 15 Jahren niemals so viele Informationen erlangt hätten, hätten wir mit Zwischenhändlern gearbeitet."

“Wir wären nicht zu den Produktionsorten gereist, wir hätten die Felder nicht gesehen, wir wüssten nichts. Wir würden die Tricks nicht kennen, wir wüssten nicht, was richtig und falsch läuft und wie Qualität entsteht. Es wäre eine vollkommen andere Situation.”

Obgleich nicht alle Erfahrungen positiv waren, lehrten sie dem Team doch, wonach es Ausschau halten sollte. Durch die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Menschen und Industriezweigen hat Agnès unglaublich viel gelernt, was ihr bei der Ausübung ihrer Arbeit hilft.

Sie sagt: “Expertise und Wissen eines Feldes kann man auch auf andere anwenden. Man lernt viel über Anbau, Produktion, Umwelt, soziale Probleme und mehr. Hat man dies einmal verstanden, kann man es überall anwenden.”

Das trifft auch auf synthetische Stoffe zu. Auch wenn Lush wo immer möglich auf Natur setzt, sind sichere synthetische Stoffe höchster Qualität Teil unserer Zutaten.

Agnès erklärt: “Die gleichen Standards und Beziehungen gelten auch bei den Zulieferern unserer synthetischen Inhaltsstoffe. Wir kontrollieren sie auf Qualität, beziehen zunächst Proben und haben Abmachungen über Mindestmengen, um die Preise stabil zu halten. Auch unsere Richtlinien und Werte gelten hier.”

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