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Die Geschichte der Verpackung

Schon immer hatte der Mensch das Bedürfnis, seine Güter zu verpacken. Wir verschaffen dir eine Übersicht über Verpackungen und blicken in die Zukunft.

Das Bedürfnis nach Verpackungen entstand bereits vor etwa 12.000 Jahren, als Menschen noch vorwiegend als nomadische Jäger und Sammler unterwegs waren. Sie mussten aufgrund ihres Lebensstils ihre Utensilien und vor allem Nahrung schützen, transportieren und nach Möglichkeit länger haltbar machen. Damals war die Nahrung hauptsächlich vegetarisch und so suchte man nach Wegen, Obst, Gemüse, Nüsse, Samen und weiteres Essen möglichst sicher zu verstauen. Dieses Bedürfnis hat sich bis heute stets vergrößert, denn inzwischen gibt es unzählige Dinge, die wir lagern, schützen und transportieren wollen. Nahezu alles, was wir in unserer Konsumgesellschaft kaufen oder verkaufen, ist verpackt. Dadurch produzieren wir eine gigantische Menge an Verpackungsmaterialien – und Müll.

Die Anfänge der Verpackung

Zu Beginn nutzten die Menschen all das, was sie in der Natur fanden. Das konnte ein großes Blatt sein. Frisch gepflückt war es widerstandsfähig und doch flexibel genug, um es um ein Stück Fleisch oder Nüsse zu wickeln. So schützte man seine Nahrung vor Schmutz und konnte sie gut zum Transport verstauen. Ranken oder robuste Gräser wurden genutzt, um die Pakete zu verbinden und zu verschließen.

Mit der Erfindung einfacher Werkzeuge hatte der Mensch dann die Möglichkeit, Behälter aus anderen Materialien zu bauen. Bestimmte Kürbisarten aus der Familie der Cucurbitaceae hatten beispielweise eine wasserdichte Haut und dienten ausgehöhlt als robustes, langlebiges Behältnis.

Verpackungen aus Tierhaut und Leder

Je mehr Werkzeuge und Waffen die Jäger und Sammler entwickelten, desto stärker lag ihr Fokus darauf, alles von den erlegten Tieren zu verwenden. Dazu zählten auch Tierhäute und Felle, die nicht nur als Kleidungsstücke fungierten, sondern auch als Verpackungsmaterial. Die Häute wurden zunächst gewaschen, getrocknet und weichgeklopft. Anschließend wurden sie mit Tierfetten und Tierölen eingerieben und ihre Haltbarkeit so verlängert. Dann formte man dem so entstandenen Leder Taschen oder wiederverwendbare Verpackungen.

Horn und Tierpanzer

Auch Tierhorn und Tierpanzer wurden verwendet. Dies belegt nicht nur die Gründung der „Horners Company“ im Jahr 1284 in London. Vornehmlich nutzte man zu dieser Zeit Panzer von Meeresschildkröten, welche später den Namen „natürliches Plastik“ erhalten sollten. Erhitzte man sie, konnte man sie verformen. Diese Form blieb bestehen, nachdem sie wieder abgekühlt waren. Darüber hinaus konnte man die Schildkrötenpanzer polieren und aus ihnen wunderschöne Objekte formen, etwa kostbare Kämme, Knöpfe und Schmuck, sowie kleine Schachteln – und das bis in das 18. und 19. Jahrhundert hinein.  

Stoffe aus natürlichen Materialien

Das Ansiedeln von Jägern und Sammlern an festen Orten und der Wandel hin zu einer Agrargesellschaft brachte die Entwicklung von Textilien aus Wolle, Seide oder Flachs voran. Es gibt Nachweise, dass bereits 5.500 vor Christus im alten Ägypten Flachs und andere Pflanzen, darunter Binsen, Schilfe, Palmen und Papyrus, angebaut wurden, aus denen man Garn und somit Textilien herstellen konnte.

Aus Papyrus wurde bekanntermaßen das erste Papier entwickelt, auf dem man von nun an schrieb. Zuvor nutzten die Ägypter dafür Knochen, Bambus oder Seidenfabrikate. Somit war es möglich, seine verpackten Waren zu beschriften und mit Markennamen zu versehen.

Die Erfindung vom Papier

Der Prozess, nach dem wir unser heutiges Papier herstellen, wurde bereits im alten China entwickelt. Die Idee dazu hatte Cai Lun zur Zeit der Han Dynastie, die von 206 vor Christus bis 220 nach Christus herrschte. Angeblich entstammte die Inspiration dazu der Beobachtung von Wespen beim Nestbau. Bei der neuen Technik weichte man zunächst eine Mischung natürlicher Fasern ein – zum Beispiel aus Hanf, Baumrinden und Seide, ließ das Wasser ab und presste die verbliebene Masse in ein dünnes Blatt, welches in der Sonne getrocknet wurde.

Dieses Papier verwendete man zunächst auch dazu, zerbrechliche Objekte zu verpacken. Im 6. Jahrhundert diente es unter anderem als Teebeutel und man stellte die ersten Papiertüten her. Im Jahr 1870 schließlich patentierte Margaret Knight eine Maschine zur Herstellung der uns heute bekannten Papiertüten.

Dieses Papier entwickelte man über die Jahre weiter und so entstanden Karton, Pappe, mit Wachs geschütztes und wasserdichtes Papier. Heutzutage macht man Papierkartons, die etwa Milch oder andere Flüssigkeiten tragen sollen, mit der Hilfe von Plastik (Polyethylen) wasserdicht.

Plastik etabliert sich

Der Begriff Plastik wurde aus dem Französischen übernommen und beschreibt eigentlich in der Kunst ein dreidimensionales Objekt. Das französische Adjektiv „plastique“ bedeutet auf Deutsch „formbar“. Das trifft auch auf Kunststoff oder Plastik zu, denn man kann erhitzte Kunststoffe in viele verschiedene Formen gießen, etwa in Boxen oder Flaschen. Einmal getrocknet sind sie sehr widerstandsfähig und robust. So ersetzt Plastik schwerere, zerbrechliche Materialien wie Glas oder Keramik. Kein Wunder also, dass seine Erfindung die Welt der Verpackung revolutionierte. Leo Baekeland, der Erfinder von Bakelit, machte den Begriff Plastik erstmals im Jahr 1907 gebräuchlich. Die Grundstoffe von Plastik, Polymere, findet man natürlich im Keratin von Horn, Tierpanzern, Haut, Nägeln, aber auch Gummi. Doch erst im späten 19. Jahrhundert gelang es Alexander Parkes, synthetisches Plastik herzustellen. Er patentierte sein Material 1862 unter dem Namen Parkensin. Es handelte sich dabei um eine Mischung aus Zellulose, Alkohol und Wachs des Kampferbaums. Die Zusammensetzung von Plastik wurde immer variantenreicher und brachte verschiedene Polymerverbindungen zu Stande, darunter zum Beispiel Polyvinylchlorid (PVC), Polystyrol und Polyethylen. Diese unterschiedlichen Plastikarten wendet man etwa an, um Plastiktüten, geformte Behälter oder Frischhaltefolie zu produzieren.

Polyethylen

Das am weitesten verbreitete Plastik ist derzeit Polyethylen. Es wird aus Bestandteilen von Erdöl hergestellt. Hans von Pechmann produzierte es im Jahr 1898 noch aus Versehen und erst in den 1950ern gelang es, dieses Material in so großen Mengen herzustellen, dass daraus eine ganze Industrie entstand. Hauptsächlich wird es als Verpackungsmaterial in Form von Tüten, Folien, Flaschen und anderen Behältern genutzt und trotz seines geringen Schmelzpunktes von 80° Celsius ist es sehr widerstandsfähig und wasserabweisend.

Verschiedene Plastikarten haben auch eine unterschiedliche Dichte. Es gibt alles von sehr dichtem Hart-Polyethylen (HDPE), welches robuster und lichtundurchlässig ist (wie bei Putzmittelflaschen), bis hin zu Weich-Polyethylen mit geringer Dichte (LDPE), aus welchem man etwa Klarsichtfolie herstellt. Jedes der Haupt-Plastikpolymere hat einen Plastik-Identifikationscode (PIC), um die Plastikarten zum Recycling einfacher bestimmen zu können. Jedes Jahr werden weltweit etwa 80 Millionen Tonnen von Polyethylen hergestellt.

Verpackungen zu Werbezwecken

Verpackungen werden nicht nur dazu genutzt, Produkte länger haltbar und einfacher transportierbar zu machen, sondern auch, um den Inhalt und die Marke zu bewerben. Nicht selten sind Verpackungen daher in einem aufwendigen, ansprechenden Design gehalten. Außerdem muss die Verpackung den Ansprüchen und Verwendungszwecken des Inhalts gerecht werden, Gesundheits- und Sicherheitsstandards einhalten (besonders bei Nahrung), Informationen und Warnungen enthalten und sich an viele weitere Richtlinien halten. Kein Wunder also, dass viel Geld in die Verpackung von Produkten wandert.

Die Zukunft der Verpackung

Das langlebige, leichte und gut schützende Plastik, welches auch noch sehr kostengünstig zu produzieren ist, hat gravierende Nachteile. Einer davon ist, dass es sich nahezu gar nicht zersetzt. Seit langem werden Bedenken geäußert und die Müllberge – nicht nur auf Deponien, sondern auch in der Natur und in den Ozeanen – kritisiert. Obwohl man es recyceln kann, ist dies kosten- und energieintensiv. Daher wird nur ein vergleichsweise geringer Teil vom Plastik tatsächlich recycelt. Neue Plastikarten, die kompostierbar sind, und aus pflanzlichen Materialien wie Mais- oder Kartoffelstärke bestehen, rücken immer mehr in den Fokus. Vor allem, wenn es um die Verwendung von Tüten geht. Diese moderne Anwendung pflanzlicher Materialien schließt beinahe komplett den Kreis hin zu Blättern als Verpackung!

Auch du kannst aktiv und mit Leichtigkeit dazu beitragen, die Müllproduktion einzudämmen. So hilft es zum Beispiel schon, auf unnötige Verpackung zu verzichten, eine wiederverwendbare Flasche für deine Getränke zu benutzen und immer deinen eigenen Beutel aus Stoff dabei zu haben.

 

 

 

 

 

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