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ARTIKEL

Die Notwendigkeit eines Wandels in dem was wir essen

Der Lush Times Kolumnist, Miles King, durchforstet den umstrittenen Bericht der EAT-Lancet-Kommission und obwohl er dem Bericht zuspricht, dass dieser die dringende Notwendigkeit einer Änderung in unserem Essverhalten hervorhebt, fragt er sich auch, warum die Autor*innen nicht die Schäden, die durch das Verwenden von künstlichem Stickstoffdünger beim Anbau von diesen Lebensmitteln entstehen, hervorheben.

Wir wissen bereits, dass die menschliche Ernährung weltweit ernsthaft aus dem Gleichgewicht gerät. Wir geben uns viel zu viel Mühe, um Getreide wie Weizen anzubauen – von dem ein Großteil an Tiere verfüttert wird – und bei weitem nicht genug Zeit und Ressourcen, um Gemüse, Obst und pflanzliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte und Nüsse zu produzieren. In diesem Zusammenhang hat ein neuer Bericht von der ungewöhnlich benannten “EAT-Lancet-Kommission” mit dem Titel “Lebensmittel im Anthropozän: Die EAT-Lancet-Kommission für gesunde Ernährung aus nachhaltigen Lebensmittelsystemen” für Aufsehen gesorgt.

Der Bericht, der über einen Zeitraum von drei Jahren erstellt und von einem skandinavischen Thinktank (EAT) und dem britischen Wellcome Trust unterstützt wurde, enthält einige tiefgreifende Empfehlungen, darunter die Reduzierung des Anteils von Fleisch und Milchprodukten in unserer Ernährung und die Erhöhung von sogenannten pflanzenbasierten Lebensmitteln.

Es ist ein langer und teils unverständlicher Bericht. Er deckt eine breite Palette von Themen ab, einschließlich das der menschlichen Gesundheit und den Einfluss auf die Umwelt, insbesondere die Auswirkungen der Lebensmittelproduktion auf den Klimawandel. Die einfache Botschaft ist in der von den Autor*innen als “Referenz Diät” bezeichneten Diät enthalten, in der dargelegt wird, aus welchen Nahrungsmitteln Nährstoffe gewonnen werden sollen – diese ist (nicht ausschließlich aber) hauptsächlich vegetarisch.

Abgesehen davon, habe ich ein kleines Problem mit dem Ausdruck “Pflanzenbasierte Lebensmittel”. Mit Ausnahme von Pilzen (die keine Pflanzen, sondern Pilze sind) basieren alle Lebensmittel auf Pflanzen, da Pflanzen die Grundlage des Ökosystems des Planeten bilden. Pflanzen und ihre Bestandteile – Samen, das Fleisch von unterschiedlichen Knollen usw. – sind nicht “pflanzenbasiert” sondern Pflanzen. Und jeder, der Fisch oder Fleisch isst, isst ein Tier, das durch den Verzehr von Pflanzen lebte und wuchs. Wenn man pedantisch sein möchte, ist es wahr, dass Meeresfische (und Schalentiere) sich letztendlich von Phytoplankton ernähren – einer komplexen Mischung aus winzigen Pflanzen, Bakterien und Archaeen. Aber in einfacherer Ausführung und für die meisten Zwecke kann man mit Recht sagen, dass alle Lebensmittel pflanzliche (oder “pflanzenbasierte”) Lebensmittel sind.

Der Bericht hebt die entsetzliche Menge an Lebensmitteln hervor, die angebaut und nie gegessen, aber verloren oder weggeworfen werden. Es unterstützt die Half Earth Strategie, um das derzeitige Massensterben der Natur, das wir verursacht haben, zu stoppen. Und es wird zu Recht argumentiert, dass der Einzelhandelspreis von Lebensmitteln nicht die Gesamtkosten ihrer Produktion und ihres Verbrauchs widerspiegelt. Er liefert Beweise, die darauf hindeuten, dass wir, zumindest im Westen, dringend unsere Ernährung ändern oder uns einer Umweltkatastrophe stellen müssen. Und obwohl die Notwendigkeit erkannt wird, die Kohlendioxidemissionen aus der Landwirtschaft auf Null zu senken, war ich überrascht, dass die Autor*innen nicht der Ansicht waren, dass die Auswirkungen der beiden anderen mit der Landwirtschaft verbundenen Haupttreibhausgase Methan und Lachgas ebenfalls eine ähnliche Reduzierung erfordern.

Methan (aus der Landwirtschaft) wird von Wiederkäuern, wie Kühen und Schafen (und Reisfeldern) produziert, während Lachgas hauptsächlich durch die Verwendung von synthetischem Stickstoffdünger freigesetzt wird, über den ich zuvor geschrieben habe. In dem Bericht wird nur die Notwendigkeit gesehen, die Werte dieser beiden Gase auf ihrem aktuellen Niveau zu halten. Dies kann für diejenigen ein Nachteil sein, die weiterhin die Verwendung von synthetischem Stickstoffdünger (und die davon abhängige Industrie) befürworten, statt agro-ökologischen Dünger zu verwenden, was dieses Argument ablehnen würde.

Tatsächlich empfehlen die Autor*innen, dass die Verwendung von Stickstoffdüngern (von denen wir wissen, dass sie die Umwelt stark schädigen) zunehmen sollte – wenn auch mit einer Umverteilung von Landwirt*innen in den Industrieländern, wo der Verbrauch abnehmen würde, an Landwirt*innen in Entwicklungsländern, wo die Nutzung zunehmen würde. Dies ist Teil der sogenannten „nachhaltigen Intensivierung“, bei der (theoretisch) mehr Pflanzen auf weniger Land mit effizienteren Anbautechniken angebaut werden. Es muss gesagt werden, dass dies umstritten ist – und im Widerspruch zu den Prinzipien der Agrarökologie steht, die Lush unterstützt. Bei einem agrar-ökologischen Ansatz werden Tiere häufig für ihren Dung verwendet, um Nährstoffe auf Felder umzuverteilen, auf denen sie für ein schnelleres Wachstum der Pflanzen benötigt werden.

Eine vegetarisch / vegane Verschwörung?

Es gibt noch einige andere echte Widersprüche – zum Beispiel enthält die Referenz Diät bis zu 6g Palmöl. Es gibt keine nachhaltige Quelle für Palmöl, daher würde die Aufnahme in eine Referenz Diät in Frage stellen, ob die Autor*innen alle Umweltauswirkungen der enthaltenen Lebensmittel vollständig berücksichtigt haben. Selbst unter dem besten Zukunftsszenario, in dem sich die globale Lebensmittelverschwendung halbiert, rechnen die Autor*innen mit einem Anstieg der Palmölproduktion um rund 30% in den nächsten 40 Jahren. Dieser Anstieg würde sicherlich das zerstören, was von den tropischen Regenwäldern Südostasiens und anderswo noch übrig ist.

Vielleicht überraschender als die Ergebnisse des Berichts, sind die außergewöhnlichen Angriffe, die in einigen Gruppierungen vielleicht sogar begrüßt werden, die darauf abzielen, Teil einer globalen veganen / vegetarischen Verschwörung zu sein. Nein im Ernst. Ich habe Kritiken von Menschen gelesen, die ich zuvor für vernünftig gehalten hatte, die behaupten, dass dies Teil eines geheimen globalen Plans der Lebensmittelindustrie ist, um uns alle zu einer “pflanzenbasierten“ Ernährung zu bewegen, über die sie dann die totale Kontrolle haben werden – was uns alle dazu zwingt vegane Zombies zu werden.

Dies hängt mit einer allgemeineren Gegenreaktion gegen Veganuary zusammen, die als etwas dargestellt wird, das die Menschen angeblich dazu zwingt, auf den Verzehr von Fleisch oder Milchprodukten zu verzichten. Die Referenz Diät besagt jedoch ausdrücklich, dass bis zu 84g Protein pro Tag aus dem Verzehr von Fleisch, Eiern oder Fisch gewonnen werden können, plus bis zu 500ml Milch in Form von Käse/Joghurt.

Wie viele Subsistenzbauern und die Familien, die sie auf der ganzen Welt ernähren, erhalten täglich so viel tierisches Eiweiß? Der Bericht bezieht sich auf Zahlen von rund 30g tierischem Protein pro Tag und Person weltweit. Daher empfiehlt die Kommission tatsächlich eine erhebliche Erhöhung des tierischen Eiweißverbrauchs pro Person gegenüber der gegenwärtigen Situation. Es ist nur so, dass dies auch eine erhebliche oder sogar dramatische Reduzierung des tierischen Eiweißverbrauchs gegenüber den derzeit hohen Werten in einigen westlichen Industrienationen bedeuten würde. Wie beispielsweise in Großbritannien.

Andere kritisierten den Bericht dafür, dass er nicht erkannt habe, dass nachhaltig produziertes rotes Fleisch gesunde Lebensmittel produzieren, die Natur unterstützen und den Klimawandel bekämpfen kann. Dies ist zwar richtig, scheint aber auch etwas parochial zu sein – der biologische Anbau von Lamm oder Rind auf den walisischen Hügeln ist nicht wirklich repräsentativ für die Art von Problemen, die von den Autor*innen auf globaler Ebene identifiziert werden. Die Bedingungen im Westen Großbritanniens und Irlands sind sicherlich förderlich für den Anbau von Gras und (in der Vergangenheit) Wildblumen, die Fleisch von fantastischer Qualität produzieren. Dies kann jedoch nicht sinnvoll extrapoliert werden, um eine Lösung für unsere globale Nahrungsmittelkrise zu finden.

Es sollte niemanden überraschen, dass der hartgesottene „Thinktank“ und die fragwürdige Wohltätigkeitsorganisation des Institute of Economic Affairs diesen EAT-Lancet-Bericht als Emanation des International Nanny Superstate angreift. Die IEA wurde von Antony Fisher gegründet, der sein Vermögen mit der Einführung der „Battery Chicken“ Produktionssysteme aus den USA nach Großbritannien machte. Chris Snowden, der food-nanny Finder-General der IEA, hat den Bericht denunziert:

"Das Zusammenkommen von Aktivist*innen der staatlichen Bevormundung, militanten Vegetarier*innen und Umweltaktivist*innen stellt eine echte und gegenwärtige Gefahr für eine freie Gesellschaft dar."

Könnte dieser giftige Angriff etwas damit zu tun haben, dass die IEA auch jetzt noch von der Agrarindustrie finanziert wird? Greenpeace hat kürzlich bekannt gegeben, dass die IEA von US-amerikanischen Rindfleischproduzenten finanziert wird, die nach Möglichkeiten suchen, nach dem Brexit Zugang zum britischen Lebensmittelmarkt zu erhalten, indem sie die Standards für Lebensmittel und Tierschutz senken.

Ich denke, dieser Bericht leistet einen ernsthaften Beitrag zur Debatte, sowohl in Großbritannien (insbesondere da die Auswirkungen des Brexit auf unser Lebensmittelsystem immer näher rückt) als auch international. Während einige der vorgeschlagenen Lösungen problematisch und daher unangenehm sind, erkennt es zumindest die Probleme eines gefährlich unausgeglichenen globalen Nahrungsmittelsystems und die Notwendigkeit grundlegender Veränderungen an.

Miles King arbeitet bei People Need Nature, was unter anderem den spirituellen Wert der Natur fördert.

 

Der Bericht hebt hervor, welch große Mengen an Nahrungsmitteln produziert, aber niemals verzehrt werden. Sie werden weggeworfen oder gehen verloren.

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