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Lush steckt wirklich die ganze Frucht rein…

Unsere zweideutigen Badebomben haben einigen Wirbel ausgelöst. Doch hinter den frechen Früchten steckt eine besondere Philosophie für Lush Zutaten.

Es gibt einige Probleme und Herausforderungen für uns, wenn es darum geht, frische Zutaten einzukaufen. Daher arbeiten wir mit unseren Zulieferern eng zusammen, um nachhaltige, schonende Anbaumethoden zu etablieren. Wie wir die Sache angehen, verrät dir Simon Constantine in diesem Text.

 

Unsere neue Kollektion zum Valentinstag schaffte es, in den letzten Tagen für einigen Wirbel und Schlagzeilen zu sorgen. Allen voran unsere Badebombe Aubergine, nicht zuletzt dank der Berichterstattung bei Noizz mitsamt bizarrem Ratschlag, sie sich nicht in Körperöffnungen zu stecken. Das erinnerte mich an eine alte Kampagne, die wir in unseren Shops hatten. Auch hierbei drehte es sich um zweideutiges Obst und Gemüse. Zu sehen war eine Hausfrau im Stile der 1950er Jahre. Durch eine Sprechblase teilte sie in Comic Sans mit: „Ooh, Lush steckt wirklich die ganze Frucht rein!“. Wir sorgten damit für Aufsehen, denn das Plakat war auf großen Shoppingmeilen in ganz England zu sehen.

 

Im Zeitalter der Emojis werden diese Andeutungen immer expliziter.

 

Auch ich möchte dich nochmal darauf hinweisen, unsere Produkte bitte nicht für innere Anwendungen jeglicher Art zu nutzen! Eine Badebombe sprudelt und schäumt, sobald sie mit Wasser in Kontakt kommt. Ich überlasse es deiner Vorstellungskraft, was passiert, wenn du sie in deinem Körperinneren anwendest…

 

Unsere engen Verbindungen zu Obst und Gemüse bestehen aber nicht nur aufgrund suggestiven Marketings. Der eigentliche Grund für unsere Kampagne war es, Leute darauf aufmerksam zu machen, dass wir wirklich die ganzen Früchte verwenden. Unsere Produkte enthalten frische Bananen, Gurken oder Melonen, nicht nur Extrakte oder Konzentrate von ihnen. Fast jeden Tag erhalten wir in unseren Manufakturen frische Lieferungen von Obst und Gemüse. Wir schälen, pürieren, kochen oder zerquetschen es, um es anschließend in viele unserer Produkte zu packen – von Shampoos bis hin zu Gesichtsmasken.

 

Warum müssen wir das überhaupt verdeutlichen?

 

Nun, unsere Vorgehensweise steht in starkem Kontrast zu der manch anderer Unternehmen, die Kosmetik herstellen. Unsere Manufaktur ist darauf ausgerichtet, frische Produkte zu liefern. Das meinen wir auch so. Allein in Großbritannien haben wir im vergangenen Jahr mehr als 100 Tonnen frisches Obst und Gemüse verwendet.

 

Viele unserer Produkte sind nicht so lange haltbar, denn ihr großer Mehrwert besteht darin, frisch verwendet zu werden – genau wie das Essen, das du isst. Außerhalb unserer großen Manufakturen in Poole stehen sogenannte kleinere „Küchen“, wo wir unsere komplett frischen Produkte herstellen. Das sind die frischen Gesichtsmasken und Reiniger, die wir im Shop auf Eis lagern.

 

Hinzu kommt, dass wir eine große Menge an Obst und Gemüse indirekt verwenden. Nehmen wir die Grapefruits als Beispiel. Bauern in Zypern, die einst eine große Anzahl qualitativ hochwertiger Grapefruits anbauten, verringern ihre Produktion, da die Kund_innen einen sich verändernden Geschmack wahrnehmen. Wir verwenden das ätherische Grapefruitöl für Parfüms und Düfte. Es entsteht als Nebenprodukt bei der Saftherstellung, denn die Schalen werden mitgepresst. Als die Menge des Grapefruitöls aus Zypern geringer wurde, mussten wir unsere Herangehensweise ändern, denn die Zulieferer wollten nicht länger nur ätherisches Öl herstellen. Agnes, unsere Expertin für ätherische Öle, vereinbarte mit Produzenten aus Zypern, dass wir die kompletten Früchte kaufen, und nicht nur das Öl.

 

Letzte Woche wurden 500 Tonnen Grapefruits extra für uns und unseren Bedarf an ätherischem Öl gepresst. Der entstehende Saft wird lokal verkauft. Und wie das so ist, führte eins zum anderen…

 

Dank TV-Moderator und Umweltaktivist Chris Packham und seinem Kampf gegen das Illegale Töten von Vögeln wissen wir, dass Zypern ein Hotspot bei der Jagd auf Wandervögel ist. Wir erhoffen uns, durch die Zusammenarbeit mit den Landbesitzern auf Zypern, Zonen zu etablieren, in denen nicht gejagt wird. Das gelang uns bereits in anderen Ländern. Außerdem haben wir die Möglichkeiten, nach Innovationen in der Landwirtschaft zu suchen, um schädliche Anbaumethoden – darunter die Verwendung von Pestiziden – einzudämmen. Wir können die Bauern davon überzeugen, ökologische Alternativen zu verwenden und damit die Biodiversität zu vergrößern.

 

Wenn du also den Eindruck hast, dass Lush schmutzig und verrucht vorgeht, liegt das einfach an unserer Liebesbeziehung mit frischen, natürlichen Zutaten. Diese geht deutlich weiter, als es auf den ersten Blick scheint.

 

ÜBER DEN AUTOR

Simon Constantine ist Leiter für den Bereich des ethischen Einkaufs und Parfümeur bei Lush.

 

 

Zypern ist ein Hotspot bei der Jagd auf Wandervögel. Durch die Zusammenarbeit mit den Landbesitzern auf Zypern, erhoffen wir uns Zonen zu etablieren, in denen nicht gejagt wird.

Kommentar (1)
1 Kommentar

über 7 Monate her

Tolle Arbeit, macht weiter so!! Ich liebe Lush Produkte.