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Nackt leben

Ich habe seit 1,5 Jahren keinen Müll mehr rausgebracht

Das liegt nicht daran, dass ich darauf keine Lust hätte. Ich produziere einfach keinen. Das hast du richtig gelesen – kein Müll! Das klingt, als wäre es zeitintensiv, schwer und einfach verrückt. Aber ich versichere dir, es ist nichts von alldem. Ich kaufe nur anders ein.

Müll ist ein Riesenproblem. Jeder US-Amerikaner schmeißt durchschnittlich 2kg Müll weg – pro Tag! Uns geht der Platz aus. Müll auf Deponien kann sich nicht richtig zersetzen, wodurch Methan und tausende Tonnen von Treibhausgasen jedes Jahr in die Atmosphäre gelangen. Im Jahr 2050 werden weniger Fische im Ozean schwimmen, als Müll und Plastik. Mit unseren Verpackungen ruinieren wir die Erde.

Hast du dir mal Gedanken darüber gemacht, wie viele Verpackungen dir täglich begegnen? Es ist der Wahnsinn und Plastik ist am Schlimmsten. Es zersetzt sich nie, es photodegradiert nur. Das heißt, es wird nur kleiner und kleiner, aber verschwindet nie. Jedes Stück Plastik, das jemals hergestellt wurde, existiert also noch immer. Das ist eine Unmenge an Plastik!

Die Zero Waste Bewegung gibt den Konsumenten die Macht. Denn durch verändertes Konsumverhalten können wir als Kunden etwas bewegen. Alles was du kaufst, ist Teil der Zukunft, die du dir wünschst. Indem du dich von Plastik verabschiedest, erschaffst du eine nachhaltige Zukunft mit weniger Verpackungen und weniger Müll.

Ich suche nach nackten Alternativen, also Produkten, die unverpackt sind. Ich konzentriere mich auf wiederverwendbare Behälter wie Glaskannen für Bier und Wein, lasse mir Kaffee to go in ein Einmachglas gießen und transportiere meine Einkäufe in Jutebeuteln. Ich kaufe immer noch meine Lieblingsprodukte wie Schokolade, Wein oder alle Zutaten für einen köstlichen Veggie-Burger. Ich kaufe es nur einfach… nackt.

Man muss keine Opfer bringen, um ein Leben ohne Verpackungen zu führen, sondern nur anders einkaufen. Ich zeige dir fünf Tipps und Tricks, mit denen du dich von Verpackungen trennen und Müll reduzieren kannst.

1. Nimm eine Wasserflasche mit

Trage immer eine wiederverwendbare Wasserflasche bei dir. Ich habe eine Edelstahlflasche, aber benutze auch gerne ein Einmachglas. In meiner Heimat haben wir davon einige! Meine Liebsten sind die meiner Urgroßmutter. Einmachgläser sind die stillen Helden der Müllvermeidung. Du kannst sie für alles nutzen; ob für Eiscreme, Reste aus dem Restaurant, Kaffee, Saft oder auch Smoothies.​​

2. Kaufe Regional

Der perfekte Ort, um Obst, Gemüse und handgemachte Utensilien zu kaufen, ist der Wochenmarkt. Selbst wenn etwas verpackt ist, frag einfach die Händler, ob sie die Verpackung behalten und wiederverwenden wollen. Meistens wollen sie, denn für sie bedeutet es, eine Verpackung weniger kaufen zu müssen. Viele Verkäufer füllen die Sachen auch gerne um. Ich kaufe Käse oder Marmelade in Glasgefäßen. Wenn sie leer sind, lasse ich sie einfach wieder auffüllen.

​​3. Trage ein kleines Stofftuch bei dir

Tücher sind perfekt für unterwegs. Du kannst dir mit ihnen deine Hände abtrocknen, deine Nase putzen, in sie niesen oder Köstlichkeiten wie Muffins oder Kekse in sie wickeln – vielleicht nicht in dieser Reihenfolge.

4. Mache es selbst

Es gibt unzählige Snacks, die du zu Hause vorbereiten kannst. Vergiss den überteuerten und überverpackten Kram aus den Läden und leg in der Küche selbst Hand an. Selbstgemachter Hummus dauert keine fünf Minuten! Du wirst dich wundern, wie schnell und günstig du deine liebsten, eigentlich verpackten Snacks selber machen kannst.

Das gilt nicht nur für Snacks, sondern auch für Kosmetikprodukte. Alles, was du für Gesichtsmasken, Lippenbalsam oder Trockenshampoo brauchst, findest du in deiner Küche. Das macht Spaß, ist günstig und geht wahnsinnig schnell. Bei komplizierteren Dingen wie Shampoo oder Seife greift dir Lush mit seinen nackten Produkten unter die Arme.

5. Denk an deine Taschen

Ich habe die verschiedensten Taschen, die ich nicht nur für Lebensmitteleinkäufe nutze. Ob für Kleidung, Haushaltswaren oder in der Tierhandlung – ich habe immer einen Beutel für Notfälle dabei.

Wenn ich einkaufe, habe ich nicht nur Taschen dabei, um alles nach Hause zu tragen. In kleinere Beutel packe ich Obst, Gemüse und abgewogene Waren wie Getreide und Co. So muss ich keinerlei Verpackung mit nach Hause nehmen. Mit ein paar Veränderungen in deinem Tagesablauf und einem geänderten Kaufverhalten kannst du deinen Müll drastisch reduzieren und dich auf den Weg machen, die Erde zu retten.

Neben dem guten Gefühl darüber, wie ich die Welt verändern kann, bemerke ich auch, wie gut es mir selber tut. So esse ich gesünder und spare Geld. Selbst nach 1,5 Jahren bin ich noch voll dabei – ich lebe nackt.

Im Jahr 2050 werden weniger Fische im Ozean schwimmen, als Müll und Plastik. Mit unseren Verpackungen ruinieren wir die Erde.

Kommentare (4)
4 Kommentare

Kino

über 9 Monate her

Super Artikel. Die Idee mit dem Einmachglas setze ich sofort um. Hier in Berlin gibt es bereits Supermärkte, die Produkte ohne (Einmal-) Verpackung verkaufen!

dr.gock_2047017

über 1 Jahr her

Was für eine Super-Idee! :-) Ich hätte gern, dass man das Befüllen/Umfüllen in weiteren Läden machen kann. Nun, nur wenige dürfen das wegen der Lebensmittelkontrolle, z.B. unser Fleischer. - Aber ich kann mir trotzdem irgendwelche Lösungen ausdenken, die ein Anfang sind und die ausgebaut werden können. - Ich danke Dir für Deinen tollen Beitrag.

Biene

über 1 Jahr her

Hat mich sehr inspiriert ich werde auf jeden Fall drüber nachdenken und etwas ändern......BIENE

0352343-K

über 1 Jahr her

Ein wirklich toller und nützlicher Beitrag über Müll! Ich wünsche mir für die Zukunft, dass es immer mehr Leute gibt, die das umzusetzen bereit sind.. Eva
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