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Unsere unverpackte Utopie

Schwer vorstellbar, aber unsere Welt ist noch gar nicht so lange voller Plastik. Wir zeigen dir, wie ein unverpackter Tag in der Zukunft aussehen könnte.

Ein Blick in vergangene Zeiten offenbart, dass die Menschen damals unterschiedlichste natürliche Materialien nutzten, um ihre Güter zu verpacken und zu transportieren. Es war ganz normal, wiederverwendbare Behälter beim Einkauf zu verwenden und so gut es geht auf Verpackungen zu verzichten. Wenn wir unsere Zukunft müllfreier und unverpackter gestalten wollen, hilft es, von den Einkaufsgewohnheiten vorheriger Generationen zu lernen. Wie sähe eine Welt ganz ohne Wegwerf-Plastik und mit einem Minimum an Verpackungsmaterial aus? Gar nicht mal so utopisch, wie du vielleicht denkst. Verbringe mit uns einen fiktiven Tag in dieser Welt.

6:45 Uhr

Die Sonne strahlt durchs Fenster auf mein Kissen und kündigt den neuen Tag an. Ich wache ausgeschlafen und mit ihr um die Wette strahlend auf. Ich stehe auf und begebe mich ins Bad. Meine Zahnbürste aus Bambus tauche ich in mein Glas voller Zahnputz-Pulver und während des Putzens plane ich den vor mir liegenden Tag. Dann ist es Zeit für die Dusche, unter der ich mich mit meinem festen, unverpackten Duschgel wasche, das heiße Wasser und den Duft des zitronigen Shampoo Bar genießend.

7:00 Uhr

Ich bevorzuge ein einfaches Frühstück – seit gestern in Cashewmilch eingeweichte Haferflocken. Ich gebe ein paar Erdbeeren von meinem Balkon hinzu, wo sie zu dieser Jahreszeit ganz hervorragend wachsen. In meinem Kopf mache ich mir eine Notiz, dass ich nach der Arbeit noch Zimt und Tee kaufen muss. Schnell noch ein paar saubere Einmachgläser in meine Tasche gepackt und los geht es.

8:00 Uhr

Ich komme mit dem Fahrrad bei der Arbeit an. Ich liebe das Gefühl, energiegeladen zu sein und freue mich über die selbstschließenden Fahrradständer, dank derer ich auf den Transport eines Schlosses verzichten kann. Zuerst gehe ich in die Büroküche und bereite mir einen Tee aus frischen Pfefferminzblättern zu. Meine Kollegin hat die frische Minze aus ihrem Garten mitgebracht, wo sie seit einiger Zeit verschiedenste Kräuter und Gewürze anbaut. Der Tee schmeckt köstlich.

9:45 Uhr

Irgendwie habe ich es tatsächlich geschafft, meinen Laptop kaputt zu machen. Notiz an mich selbst: Computer vertragen keine Heißgetränke! Zum Glück gibt es Ersatzgeräte. Meinen eigenen schicke ich zur Reparatur. Dazu nutze ich einfach eine der wiederverwendbaren Boxen, die der Kurierdienst stets dabei hat. Von nun an heißt es vorsichtiger sein.

12:30 Uhr

Zeit für das Mittagessen, ich habe noch ein wenig vegetarisches Chili und Bratkartoffeln von gestern. Chili ist das Gericht meiner Wahl, wenn es auf das Wochenende zugeht und ich noch Gemüse übrig habe, das ich verbrauchen muss. Ich gebe es vom Einmachglas auf den Teller, wärme es auf und gehe an die frische Luft, um zu essen. Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint. Ein Eiswagen hält an, ich entscheide mich für eine Belohnung. Ich wähle eine Kugel Vanille und eine Kugel Erdbeere. Ich kann mich entscheiden zwischen wiederverwendbarem Becher und Löffel aus Metall, oder der klassischen, essbaren Waffel.

16:30 Uhr

Nach der Arbeit gehe ich ein wenig einkaufen. Meine Glasbehälter fülle ich mit Tee und Zimt, an der Kasse wiege ich die Mengen ab und bezahle. Außerdem kaufe ich einige Äpfel, die ich direkt in meine Tasche lege.

18:00 Uhr

Das Abendessen ist schnell und einfach; es gibt Nudeln mit Gemüse. In meinem Lieblingssupermarkt gibt es ein paar verschiedene Nudelsorten. Mir gefällt besonders, dass ich von ihnen frei wählbare Mengen in meine Einkaufsbeutel geben kann. So fällt es mir leicht, meinen Vorratsschrank gut zu organisieren und nichts zu verschwenden. Gemüse kaufe ich ganz ohne Verpackungen ein, meine Olivenölflasche kann ich auf dem Wochenmarkt wieder auffüllen lassen.

21:00 Uhr

Zeit fürs Bett! Ich gebe ein paar Kamillenblüten ins Teesieb für einen Nachttrunk und lege mich mit einem Buch aus der Bücherei unter die Decke. Perfekt!

 

 

 

 

 

 

 

 

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