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ARTIKEL

Was steckt hinter unserer FIGHTING ANIMAL TESTING Policy?

Wir haben eure brennendsten Fragen zum Thema Tierversuche und unserer, seit Jahrzehnten andauernden, FIGHTING ANIMAL TESTING Policy an Franziska und Nathalie weitergeleitet.

Franzi kümmert sich mit ihren Kolleg*innen seit 2016 um die Auswahl der Rohstofflieferant*innen für unsere Düsseldorfer Lush Manufaktur. Nathalie ist verantwortlich für die Implementation unserer internen und externen Policies und arbeitet bei Lush UK im Ethical Compliance Team eng mit den Einkäufern bei der Auswahl unserer Lieferanten zusammen.

Wir haben die Antworten für euch hier gesammelt, wer mag kann sich auch den Podcast zum Thema Tierversuche am Ende des Interviews anhören. 

Wie kam es zu Tierversuchen? Wieso wird überhaupt noch an Tieren getestet?

Bereits in der Antike wurden Tierversuche durchgeführt, und der Wunsch, durch Experimente am Tier Erkenntnisse zu gewinnen, begleitet unsere Geschichte seither. Auch war beispielsweise die Untersuchung an menschlichen Leichen bis vor wenige hundert Jahre Tabu, oder gar illegal.

Tierversuche finden aus einer Vielzahl von Gründen statt, dazu gehören die Überprüfung von Wirkstoffen auf Bedenklichkeit beim menschlichen Gebrauch, Erforschung von Krankheiten, Schutz von Mensch und Tier, Erforschung von Körperfunktionen, Aus- und Weiterbildung oder toxikologische Effekte z.B. bei andauernder Exposition.

Hierbei werden vor allem einzelne Inhalts- oder Wirkstoffe getestet, bevor sie eine Marktzulassung erhalten können.

Was ist unter dem Begriff “Tierversuch” definiert und definiert Lush das für sich auch so? Geht Lush noch weiter?

Tierversuche sind die Verwendung von nicht-menschlichen Tieren in Experimenten, die versuchen, die Variablen zu kontrollieren, die das Verhalten oder das biologische System, das untersucht wird, beeinflussen. Laut Tierschutzgesetz umfasst dies alle Eingriffe und Behandlungen oder Eingriffen in das Erbgut von Tieren, die mit Schmerzen oder Schäden, für selbige Tiere verbunden sind. Diese Definition berücksichtigt leider nicht die Verwendung von tierischen Zellkulturen in Testverfahren, also tierischen Zellen in einem Nährmedium außerhalb des Organismus, obwohl zur Erzeugung dieser Zellkulturen dennoch Tiere benutzt werden.

Wir glauben an Testverfahren, bei denen keinerlei Tiere oder Tierzellen oder tierische Inhaltsstoffe verwendet werden. Dies liegt daran, dass Lush der Ansicht ist, dass vom Menschen stammende Zellen und Komponenten beim Testen für den menschlichen Gebrauch relevantere Ergebnisse liefern. Zudem glaubt Lush daran, die Rechte anderer empfindungsfähiger Spezies zu respektieren.

Viele allgemein bekannte Alternativen sehen wir bei Lush daher kritisch, da sie auf tierischen Zellkulturen basieren, auch wenn diese eine Verringerung der Verwendung von Tieren erreicht hat. Dies entspricht jedoch nicht unseren Standards für alternative Versuchsmethoden, welche komplett auf menschlichen oder veganen Zellkulturen basiert.

An welchen Tieren wird üblicherweise getestet?

2018 wurden offiziell mehr als 2,8 Millionen Tiere erfasst, die in deutschen Laboren leiden und sterben mussten. Es gibt im Grunde kaum eine Tierart, die nicht im Tierversuch verwendet wird. Hauptsächlich wird jedoch an Mäusen getestet. Gefolgt von Ratten, Fischen, Kaninchen, Voegeln, Nutztieren, Hunden und Primaten.

Was passiert mit den Tieren, wenn die Tests abgeschlossen sind?

Für die meisten Tiere endet die Zeit im Versuchslabor mit dem Tod. Gentechnisch veränderte Tiere dürfen das Labor nicht verlassen und werden somit direkt im Labor getötet. Andere werden getötet, damit ihre Organe nach dem Tod noch untersucht werden können und wieder andere haben keine Überlebenschance z.b. wenn Tiere für die Krebsforschung eingesetzt wurden.

Wofür und in welchem Rahmen finden in Deutschland noch Tierversuche statt?

Das deutsche Tierschutzgesetzes legt in Paragraph §7 a fest, zu welchen Zwecken Tierversuche durchgeführt werden dürfen. Ein Versuch an lebenden Tieren muss demnach einem der folgenden Zwecke dienen:

  • Grundlagenforschung

  • Entwicklung und Überprüfung neuer Medikamente

  • medizinische Anwendung

  • Erkennung von Umweltgefährdung

  • Prüfung der Unbedenklichkeit (beispielsweise bei Chemikalien) 

Schon seit 2004 dürfen in Deutschland sowohl dekorative, als auch pflegende Kosmetika nicht mehr an Tieren getestet werden. Seit 2013 darf Kosmetik, die an Tieren getestet wurde, in der gesamten EU nicht mehr verkauft werden. Auch die einzelnen Inhaltsstoffe dürfen nicht an Tieren getestet werden. Dies gilt auch, wenn die Tierversuche außerhalb der EU stattgefunden haben. Eine Einschränkung gibt es jedoch auch hier in der EU zu dieser

Regel, denn unter der REACH Verordnung in Europa (REACH = Registration, Evaluation, Authorisation & Restriction of Chemicals) kann es sein, dass Tierversuche für einzelne Substanzen erneut durchgeführt werden müssen, um den regulatorischen Bedingungen der Sicherheitsüberprüfung der EU entsprechen zu können.

Warum kämpft Lush seit Gründung 1995 gegen Tierversuche?

Wir glauben damals, wie heute daran die Rechte anderer empfindungsfähiger Spezies zu respektieren. Obwohl es in der Kosmetik signifikante Fortschritte bei der Vermeidung und Abschaffung von Tierversuchen gegeben hat, sind die grausamen Methoden dennoch weit verbreitet. Zum Einen gibt es immer noch viele Länder, in denen Tierversuche für Kosmetika und ihre Rohstoffe legal sind; aber auch hier, in Deutschland und der EU sind Tierversuche weit verbreitet, z.B. im pharmazeutischen und toxikologischen Bereich.

LUSH ist überzeugt, dass Tierversuche sowohl grausam als auch ineffektiv für die Sicherheitsbeurteilung von Produkten für den menschlichen Gebrauch sind. Wir glauben an Testverfahren, bei denen keinerlei Tiere oder Tierzellen verwendet werden, und wir sind der Ansicht, dass vom Menschen stammende Zellen und Komponenten beim Testen relevantere Ergebnisse liefern.

Wir fördern daher die Entwicklung und den Einsatz von alternativen Methoden, und haben in Kollaboration mit Ethical Consumer den Lush Prize ins Leben gerufen, den am höchsten dotierten Förderpreis zur Entwicklung tierversuchsfreier Testmethoden und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Ziel ist ein tierfreies Labor.

Welche Alternativen zu Tierversuchen gibt es?

Viele medizinische Erkenntnisse basieren nicht nur auf Tierversuchen, sondern auch auf z.B. Bevölkerungs- und Patientenstudien, aber auch Obduktionen. Moderne alternative Methoden werden auch zunehmend genutzt, z.B. mit In-Vitro Verfahren, Organ on a chip oder In-Silico Verfahren.

Wie werden die Produkte von Lush auf ihre Sicherheit getestet?

Uns ist bewusst, dass die Sicherheit unserer Kund*innen gewährleistet werden muss, aber wir wissen, das funktioniert auch ohne Tierversuche. Daher setzt Lush bei der Sicherheitsbeurteilung seiner eigenen Produkte auf in-vitro Verfahren, also auf Basis von veganen und menschlichen Zellkulturen, und freiwillige menschliche Probanden. Wir arbeiten dabei sehr eng mit XCellR8 zusammen, ein Labor, dass nur tierversuchsfreie Methoden anwendet.

Was ist das Besondere an der Tierversuchspolitik bei Lush?

Lush selbst führt keine Tierversuche durch und gibt diese auch nicht in Auftrag. Für die Herstellung unserer Produkte kaufen wir ausschließlich Rohstoffe von Firmen, die nicht an

Tierversuchen beteiligt sind oder diese in Auftrag geben und die auch keine Pläne haben, dies in Zukunft zu tun.

Dabei ist es für uns irrelevant, ob die Versuche für andere Bereiche als für die Kosmetik, also bspw. Pharmazeutische Zwecke, durchgeführt wurden. Für uns gilt auch nicht der einzelne Rohstoff, sondern wir betrachten immer das ganze Unternehmen, denn unser Grundsatz ist, dass wir mit dem Geld, welches wir für unsere Rohstoffe ausgeben, keine Tierversuche und Unternehmen, die in Tierversuche involviert sind, finanzieren.

Wie stellt ihr sicher, dass eure Zulieferbetriebe keine Tierversuche durchführen?

Uns ist es wichtig, dass wir langfristige und vertrauensvolle Lieferantenbeziehungen führen, und beim Thema der Tierversuchsfreiheit dieselben Ziele verfolgen. Besonders wichtig ist daher die Verpflichtung unserer Lieferanten zur Einhaltung unserer Standards. Jedes Jahr überprüfen wir dann die Einhaltung unserer Tierversuchs-Policy in unserer Lieferkette erneut. Im Laufe dieser Überprüfung erneuern all unsere Rohstoff- und Verpackungslieferanten ihre Verpflichtung. Dabei arbeiten wir Einkäufer eng mit den Kollegen der Ethical Compliance Abteilung von Lush zusammen. Diese kontrollieren die Verpflichtungen unserer Lieferanten und leisten zudem viel Recherchearbeit zu dem Thema.

Unsere jährlichen Kontrollen werden dann von einer externen Organisation auditiert, welche zudem stichprobenartig die Einhaltung der Standards bei unseren Lieferanten kontrolliert.

Was kann ich persönlich tun, um Alternativen zu Tierversuchen zu fördern?

Frage bei den Unternehmen nach, wie sie die Sicherheit der Produkte überprüfen und gebe Feedback. Unterstützte Organisationen, die sich speziell gegen Tierversuche einsetzen, wie z.B. Soko Tierschutz, die durch ihre Undercover Einsätze zeigen, dass viele Tierversuche nicht gesetzestreu umgesetzt werden und viele Qualen einfach in Kauf genommen werden. 

Ärzte gegen Tierversuche, PETA, aber auch viele kleine lokale Gruppen kannst du mit Spenden oder Tatkraft unterstützen.

 

Noch mehr Hintergrundinformationen und Details findest du:

 

In unserem Inside Lush Deutschland Podcast

 

In diesem Video mit Franzi vom Creative Buying Team

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